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Highly recommended: Jane in Ether – Oneiric

  • Autorenbild: Carovana091
    Carovana091
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit
Biliana Voutchkova, Magda Mayas, ​Miako Klein. Photo: Tony Elieh
Biliana Voutchkova, Magda Mayas, ​Miako Klein. Photo: Tony Elieh

Oneiric heißt „traumhaft“, dem Träumerischen verhaftet - ein Titel, der für die neueste CD des Berliner gegründeten Trios Jane in Ether kaum treffender sein könnte. Das 2019 gegründete Trio besteht aus Miako Klein, der Pianistin Magda Mayas und der Geigerin Biliana Voutchkova.


Das Trio konzentriertsich auf Improvisationen im Moment und erforschen die dynamischen und klanglichen Möglichkeiten ihrer Instrumente.  Biliana Voutchkova und Magda Mayas konnten wir 2025 mit anderen Projekten nach Locarno einladen. Wir lauschten  Biliana  im Duo mit Pablo Giw und Magda mit Christoph Erb und Gerry Hemingway. Jane in Ether war für mich trotzdem eine Überraschung und schaffte es mit Oneiric sofort in meine Charts. Die Klangfarben des Trios entstehen aus der Kombination der Instrumente, überlagern sich oder bestehen nebeneinander. Die fragilen Texturen dehnen oft die Grenzen des Hörbaren aus, um dann plötzlich die Stimmung zu wechseln – von dichter Geräuschhaftigkeit zu minimal-tonalen Klangräumen.


Der Titel Oneiric ist gut gewählt. Schon nach wenigen Minuten des Zuhörens stellt sich bei mir eine eigentümliche Stimmung ein: ein Schwebezustand zwischen Tagtraum und Erwachen. Faszinierend, weil alles möglich scheint, während etwas Unwirkliches zugleich die Realität berührt und in sie hineinwirkt.


Die Musik ist raffiniert und gekonnt, bleibt dabei jedoch natürlich und verspielt. Da ist gefrorene Morgenluft, die beim ersten Atem in Perlen davon springt. Da liegt gefiederte Asche neben zerfliessendem Bergkristall. Ein kleiner, kahler Ast, dem der Schnee seinen stillen, zuckerigen Mantel anlegt zitiert den Elektronenreigen von Edelstahl. All das entwickelt eine eigentümliche, fremdartige Schönheit, die sich jedem gewöhnlichen Maß entzieht und ganz für sich steht. 


Oneiric gehört zu jenen Aufnahmen, die gerne anhöre, wenn ich mich ordnen muss, wenn Herz und Kopf Raum brauchen oder ich einfach träumen möchte – von einer Sehnsucht nach subtilen, flüchtigen Elementen, die dem Leben jenen wertvollen ätherischen Glanz verleihen, in dem die Seele schnell heimisch ist. Vielleicht nennt sich das Trio deshalb Jane in Ether.


Kommende Konzerte

15. Januar @Stummfilmfestival IOIC, Filmpodium Zurich

17. Januar @Mullbau Festival, Luzern

18. Januar @art.ist – Musik zur Zeit, Wiesbaden


 
 
 

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